7. Frauen-Vernetzungstreffen
Koroni – Weder tiefdunkle Gewitterwolken noch heftigste Regenschauer konnten die gute Stimmung von über 40 Frauen trüben, die sich am letzten November-Wochenende bei Koroni zum siebten Frauen-Vernetzungstreffen zusammenfanden. Seit fünf Jahren veranstalten deutschsprachige Frauen auf der Peloponnes in unregelmäßigen zeitlichen Abständen diese Treffen, deren Grundgedanke war und ist, Frauen zusammen zu bringen, die in Griechenland leben oder jedenfalls einen Großteil des Jahres hier verbringen, Wie Ingrid Spieker, eine der Initiatorinnen, erfreut feststellt, sind etliche Freundschaften auf diese Art und Weise geknüpft worden. Auch finden die Frauen, die Griechenland zu ihrer Wahlheimat gemacht haben, dass sich ihre Sorgen und Nöte im Grunde sehr ähneln, so unterschiedlich die einzelnen Lebensumstände, Berufe und Charaktere auch sein mögen. Dem Austausch von Erfahrungen und der gegenseitigen Hilfe dienen die Treffen, die immer an einem anderen Ort auf der Peloponnes stattfinden, ebenso sehr wie dem zweckfreien gemütlichen Beisammensein, dem Ausruhen vom Alltag und dem Entdecken eines weiteren schönen Fleckchens Griechenlands.
Da die Zusammenkunft bei Koroni auf dem Gelände einer Surfschule direkt am Sandstrand geplant war, brauchten die Frauen Improvisationssinn und Gelassenheit, um sich von den Gewittern und Regenschauern nicht ins Chaos führen zu lassen. Und es zeigte sich, dass ein bunt gemischter Haufen fröhlicher Frauen in Alter zwischen etwa 35 und über 80 Jahren durchaus in der Lage ist, mit Wellen, Wind und Wetter fertig zu werden, ohne dabei das geplante Programm aus den Augen zu verlieren. Standen Freitagabend und Samstag früh noch unter der Devise, alle Ankömmlinge nach und nach trocken unterzubringen und die Terrasse eines ehemaligen Strandlokals wind- und wasserdicht zu machen, gab es während einer Regenpause am Samstag Nachmittag einen Rundgang durch Koronis Festung und Nonnenkloster. Die in Berlin aufgewachsene Griechin Maria Rigopoulou hätte ihre Führung noch viel ausführlicher gestalten können, wenn nicht die früh hereinbrechende Dunkelheit dem Ausflug ein Ende gesetzt hätte.
Vor dem Abendessen lockte einer der Leckerbissen des siebten Vernetzungstreffens, ein Vortrag der Historikerin Waltraud Sperlich zu der Frage, ob es in Minoa eventuell ein Matriarchat gegeben hat. Dass dies nach dem heutigen Stand der Forschung eher verneint werden muss, war vielen Frauen Anlass zu einer lebhaften Diskussion nach dem anschaulich bebilderten Vortrag in den Räumen der Tanzschule von Ninette Lisson. Den Schwerpunkt des Programms am Sonntagvormittag bildete die Vorstellung zweier Bücher, die der LYSO-Verlag mit Sitz in Kalamata demnächst auf den Markt bringen wird. Viel gelacht wurde bei der Lesung von Sophia Kefalas, deren Erinnerungen an ihre ersten Jahre in Griechenland im kommenden Frühjahr in Buchform erscheinen werden. Dass nicht nur der Anfang als Bäuerin in der neuen Heimat schwer war, sondern auch das Autofahren und das Parken in der Fremde seine Tücken haben kann, erzählt die Autorin mit unnachahmlicher Selbstironie und viel Humor. Interessiert hörten die versammelten Frauen auch Auszüge aus dem Buch „Kalamata – die lichte Stadt”, das der LYSO-Verlag ebenfalls in den nächsten Monaten veröffentlichen möchte. Im Laufe des Vormittags stieß das Team des Internet-Fernsehsenders „GreeceOnTV” zu den Frauen und filmte sie sowohl bei der Lesung als auch beim anschließenden Kleider- und Bücherbazar. Bevor sich die Frauen schließlich wieder im buchstäblichen Sinne in alle Winde zerstreuten, wurde vereinbart, dass das nächste Treffen voraussichtlich zu Mittsommer 2010 bei Tripolis stattfinden wird.
Eva Lang im November 2009
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